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Interview mit unserem Imker

Wir haben gefragt - Unser Imker hat geantwortet

Imker SaschaMeyer2

In einem kleinen Interview hat Imker Sascha Meyer alle offenen Fragen rund um das Thema Bienen und Imkerei beantwortet.


SEIT WANN SIND SIE IMKER?

Ich bin seit gut 3 Jahren als Imker aktiv, aber ich habe mich schon viel früher mit dem Thema beschäftigt.

WIE KAMEN SIE ZU DEM BERUF?

Beruflich mache ich die Imkerei nicht. Zu dem Hobby kam ich in erster Linie, weil ich für mein Leben gern Honig esse. Dazu kam die Faszination für die Bienen, wie sie beispielsweise ihren Staat organisieren. Bienen sind absolut demokratisch in ihren Entscheidungen und lügen nie. Zur Bienenhaltung gehört so viel mehr, auch das Beschäftigen mit seiner direkten Umwelt.

KANN JEDER IMKER WERDEN?

Absolut. Leute mit Bienenstichallergie sollten sich das allerdings vielleicht zweimal überlegen.

WIRD MAN ALS IMKER OFT GESTOCHEN?

Öfter als ein Nicht-Imker bestimmt. Es hält sich aber in Grenzen und ist von der Tagesform der Bienen und des Imkers abhängig. Bienenvölker verhalten sich äußerst unterschiedlich, wie wir Menschen. Die einen sind eher ruhig, während andere stechlustiger sind. Auch wenn das Wetter umschlägt merkt man, dass die Bienen stechlustiger werden.

WAS HILFT AM BESTEN GEGEN EINEN BIENENSTICH?

Der Stachel sollte samt Giftblase schnellstmöglich entfernt werden. Anschließend am besten etwas Spucke auf den Stich - das "überdeckt" den Lockstoff und verhindert von weiteren Bienen gestochen zu werden. Danach empfehle ich einen Wärmestift. Die Wärme des Stifts zerstört das Eiweiß im Gift und damit die Ausschüttung des Histamins. Die Schwellung wird damit verringert. Der Wärmestift hilft übrigens auch gegen Wespen- und Mückenstiche.

WIE VIELE BIENEN/BIENENSTÖCKE HABEN SIE?

Die Anzahl der Bienen pro Volk schwankt im Laufe des Jahres sehr stark. Zur Sommersonnenwende kann es gut sein, dass bis zu 60.000 Bienen zu einem Volk gehören. Daher sprechen wir Imker immer von ganzen Völkern, anstatt von der Anzahl der einzelnen Bienen. Derzeit kümmere ich mich um 10 Völker - 2 davon bei THERMOTEX.

HABEN SIE NOCH ÄHNLICHE PROJEKTE FÜR "BETRIEBSBIENEN" WIE BEI THERMOTEX?

Ja, ich habe ein ähnliches Projekt mit der Firma UHL hier in Schutterwald.

WAS KANN JEDER EINZELNE FÜR DIE BIENEN TUN?

  • bienen- und insektenfreundliche Blumen, Sträucher und Bäume im eigenen Garten anpflanzen
  • auf einen Steingarten verzichten oder gegebenenfalls mit Pflanzen für Bienen ergänzen
  • Spritzmittel im eigenen Garten vermeiden und im Supermarkt bewusst Produkte ohne Spritzmittel kaufen

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die den Bienen helfen. Einfach mal schlau machen ist hier das Stichwort.

WIE FUNKTIONIERT DIE HONIGPRODUKTION UND WOVON HÄNGT EIN GUTES HONIGJAHR AB?

Der gesammelte Nektar oder Honigtau wird im sogenannten Honigmagen der Sammelbiene mit verschieden Enzymen versetzt. Dieser wird im Bienenstock an die Stockbienen übergeben, mehrmals umgelagert und dabei weiter mit Enzymen angereichert. Sehr wichtig ist dabei die Wasserreduzierung im Honig, da er sonst später gären würde. Honig darf maximal 20% Wasseranteil haben, der Deutsche Imkerbund erlaubt sogar nur 18%. Der Imker entnimmt dann bei der Honigernte die verdeckelten Honigwaben aus dem Bienenstock und schleudert den Honig in einer Zentrifuge aus. Danach muss man den Honig noch grob Filtern, um eventuell enthaltene Wachsreste zu entfernen. Zum Schluss wird der Honig in Gläser gefüllt.

Ein gutes Honigjahr hängt von vielen Faktoren ab: Angefangen mit der Überwinterung und der Entwicklung der Völker im Frühjahr. Hier spielt die Frühtracht von Pflanzen mit hohem Pollenanteil eine wichtige Rolle. Zur Zeit der Obstblüte sind stabile Wetterlagen von Vorteil, um einen Überschuss an Nektar zu haben. Dieser Überschuss gibt letztlich den Honig für uns Menschen.
Denn bei allem darf man nicht vergessen, dass die Bienen zuerst Honig für das Überleben des Volkes brauchen. Hier gilt ganz klar: Erst die Biene, dann der Mensch. Wenn es ganz schlecht läuft, muss man sogar zufüttern. Für die sogenannte Spättracht gilt im Prinzip das Gleiche. Aus dieser entsteht u.a. der beliebte Waldhonig.
Entscheidend ist auch der Standort. Wie ist hier die Versorgung mit Nektar, Pollen und Wasser im Verlauf des Jahres? Denn um so kürzer die zu fliegenden Strecken für die Bienen sind, desto größer der Honigertrag. Um den Aufwand grob einschätzen zu können: Für ein 500 mg Glas Honig müssen die Bienen eine Strecke zurücklegen, die ca. 3 Erdumrundungen entspricht. Da ist Routenoptimierung angesagt.

GIBT ES FÜR THERMOTEX DIESES JAHR HONIG?

Da wir in diesem Jahr bisher leider nicht so viel Glück mit dem Wetter hatten, lässt der bisherige Honigertrag etwas zu wünschen übrig. Durch die meist eher kühlen Temperaturen ist der Nektareintrag eher schlecht. Daher läuft leider auch noch nicht so viel in Sachen Honigproduktion. Aber wir hoffen auf die Spättracht.


Bienen Honig 072019

Mittlerweile ist der Sommer im vollen Gange. Unsere Bienen fühlen sich zwischen Blumenwiese, Lavendel und blühenden Sträuchern richtig wohl. Das merkt man vorallem an der erfolgreichen Honigproduktion. Sehen Sie selbst, wie fleißig unsere Bienchen in den letzten Monaten waren.

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