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RFID als technische Evolution

RFID – Vier Buchstaben, Viele Möglichkeiten. Markus Bucher, Leiter der Abteilung Identifikationstechnologie bei THERMOTEX, erläutert im Interview mit der R+W Textilservice die Potenziale, die in der Technologie für den Anwendungsbereich Wäscherei stecken. Er ist überzeugt: Der Einstieg in die RFID-Technologie ist eine Entscheidung für die Zukunft.


Sie überlegen, in Ihrem Betrieb RFID-Technologie einzusetzen? Dann haben Sie sicherlich noch einige Fragen zum Thema. RWTextilservice hilft bei der Suche nach Antworten und hat mit Dipl.-Ing. Markus Bucher gesprochen. Er ist seit fast 24 Jahren technischer Leiter der Abteilung Identifikationstechnologie bei der THERMOTEX NAGEL GmbH. Das deutsche Unternehmen liefert im RFID-Bereich innovative Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen, die persönlich auf den Kunden zugeschnitten werden.

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RWTextilservice: Welche Vorteile bringt die vollautomatische Identifikation von Textilien in Wäschereien via RFID-Technologie?

Markus Bucher: Mit der RFID-Technologie haben unsere Kunden die Möglichkeit, ihre Prozesse zu optimieren, die Produktivität zu steigern und die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbessern. Der Nutzen hängt dabei sowohl vom Prozess als auch von den Kundenanforderungen und -wünschen ab.

Jedes mit einem RFID-Chip versehene Textil erhält eine eindeutige Identifikationsnummer. Mit Hilfe einer Datenbank ist es möglich, die Historie des Wäscheteils abzurufen. Somit ist der komplette, „gechippte“ Wäschebestand für das Unternehmen transparent. Diese entstandene Transparenz führt wiederum unweigerlich zu einer Kostenersparnis. Der Kunde weiß zu jeder Zeit, wo sich ein Wäschestück befindet; der Wäscheschwund wird enorm reduziert.

Der Einstieg in die RFID-Technologie ist eine Entscheidung für die Zukunft. Vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 entwickeln viele Unternehmen Strategien und technische Lösungen für die Vernetzung von Prozessen. RFID ist dabei eine Schlüsseltechnologie, beispielsweise bei der Einführung von Robotern im Bearbeitungsprozess der Wäscherei. Erst mit den durch RFID übermittelten Daten weiß der Roboter, was zu tun ist. Außerdem dient die RFID-Technologie der Vernetzung zwischen Dienstleister und Endkunde. Denn hierbei geht es um den  Gesamtkosteneffekt. Bisher brachten Innovationen lediglich Fortschritte auf einzelnen Ebenen der Prozesskette.  Hierbei rückt allerdings der Gesamtprozess in den Mittelpunkt. So ist erwiesen: Wenn beide Partner auf allen Prozessebenen zusammenarbeiten, lassen sich ordentlich Kosten einsparen und die Abläufe kontinuierlich verbessern.

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RWT: Viele Unternehmen scheuen den Aufwand der Einführung eines RFID-Systems – logistisch wie finanziell. Können Sie den Betrieben die Angst davor nehmen?

Bucher: Ja, das können wir! Wir sind vor Ort und beraten den Kunden persönlich. Dort zeigt sich dann auch, wo „der Schuh drückt“ und wie eine individuelle RFID-Lösung aussehen könnte. Gerade bei teuren Artikeln oder Endkunden mit speziellen Anforderungen zeigt sich, dass ein RFID-System Verbesserungen im Prozess mit sich bringt und sich auch schnell ein Mehrwert einstellen würde. Der Wäschereibetrieb kann sich bei diesen Projekten mit der RFID-Technologie auseinandersetzen, zusätzlich seine ersten Erfahrungen und Erkenntnisse gewinnen. Bei der Umsetzung vom ersten Gespräch bis zum Start inklusive Testphase betreuen wir den Kunden und unterstützen ihn tatkräftig. Stellt sich im Pilotprojekt der Erfolg ein, können die Betriebe die nächsten Projekte angehen. Auch wenn das Projekt bereits angelaufen ist, sind wir mit Rat und Tat mittels unserer Servicehotline stets für unsere Kunden da.

Die Einführung von RFID ist keine technische Revolution, sondern eine Evolution. Und das ist auch gut so. Nur in der gemeinsamen Arbeit mit ständiger Kontrolle, Korrektur und ggf. auch Neuorientierung können wir den Prozess verbessern. Dazu braucht es echte partnerschaftliche Arbeit und Beziehung. Bei THERMOTEX ist das von Anfang an ein grundsätzliches Prinzip. Deshalb bieten wir den Kunden immer die Möglichkeit, den Einsatz von RFID-Komponenten ausführlich zu testen. Das unterscheidet uns maßgeblich von anderen Anbietern und ist mit einem hohen Kostenaufwand für uns verbunden. Da wir aber von der Technologie und ihren Ergebnissen überzeugt sind, investieren wir permanent in diese Entwicklung.

RWT: Ab welcher Unternehmensgröße rechnet sich die Einführung von RFID-Technologie?

Bucher: Ab jeder Unternehmensgröße lohnt sich eine Beratung, wenn der Betrieb mit dem Tracking über RFID-Technik die Kontrolle über seine Textilien gewinnen möchte. Letztendlich muss sich für das Unternehmen
ein Nutzen einstellen und dabei unterstützen wir den Betrieb mit unseren Möglichkeiten, Erfahrungen wie auch Kompetenzen. Ein kleines Wäschevolumen kann sogar gewisse Vorteile bieten, da es mengenmäßig überschaubarer und besser umzusetzen ist, mit vergleichsweise zeitnahen Ergebnissen.

RWT: Welche Produkte bietet THERMOTEX im RFID-Bereich?

Bucher: Wir bieten Lösungen für den Schmutzwäscheeingang und den sauberen Wäscheausgang in HF- oder
UHF-Technik an. Dazu gehört auch, wenn notwendig, ein kundenspezifischer Sonderbau. Darüber hinaus liefern wir für die Containerverwaltung eine effektive Lösung in der UHF-Technik. Beim Einsatz der UHF-Technik ergeben sich gerade bei Inventurerfassungen mit mobilen Handlesesystemen smarte Anwendungen.

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Zur RFID-Technologie gehört auch die Befestigung der Transponder in den Textilien. Dafür bieten wir gleich eine ganze Reihe verschiedener Produkte an. Es gibt spezielle Patchetiketten für Transponder, Taschen zum Annähen
oder Kombinationen aus beidem. Die Einbringung der Transponder ist von großer Bedeutung. Passieren hierbei Fehler, kann der Transponder aus dem Textil herausfallen und der Nutzen ist gleich Null. Genau hier liegt eine
unserer Kernkompetenzen. THERMOTEX zeichnet sich sicherlich in einem besonderen Maße aus, dass wir uns inzwischen zum Systemanbieter gewandelt haben. Wir bieten nicht nur eine Komponente in dem Gesamtsystem RFID an, sondern mehrheitlich eine Gesamtlösung, bei der alle Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sind.
Erst dieses Ineinandergreifen führt zu einer echten Wertschöpfungskette. Dabei entwickeln wir gemeinsam mit Kunden und Technologiepartnern ständig neue Lösungen.

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